Das ODL-Messnetz wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betrieben. Insgesamt etwa 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs „Strahlenschutz und Umwelt“ im BfS sind für den Betrieb der Messsyteme verantwortlich. Die Daten sind nach Anmeldung dort verfügbar. Von dort stammen die Daten auch. Unsere nächsten Meßstellen sind hier: 

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Die ODL-Messsonde erfasst die Umgebungsstrahlung in einer Höhe von einem Meter über dem Boden. Die Höhe der äußeren Strahlung wird in der Einheit μSv/h (Mikrosievert pro Stunde) angegeben. Die natürliche Strahlung durch radioaktive Stoffe an einem Ort ist über lange Zeiträume weitgehend konstant und vor allem abhängig von der geographischen Höhe sowie dem geologischen Untergrund.

Die Ortsdosisleistung wird zeitweise von äußeren Faktoren beeinflusst. Dazu gehören insbesondere:

Regen

  • Durch Niederschläge werden radioaktive Folgeprodukte des natürlich vorkommenden radioaktiven Edelgases Radon aus der Atmosphäre ausgewaschen und am Boden abgelagert. Dadurch kann die ODL kurzzeitig bis auf das Doppelte des Normalwertes anstiegen. Innerhalb von wenigen Stunden geht die ODL auf den Normalpegel zurück.

Schnee

  • Schneefall kann, insbesondere wenn der Untergrund vorher schneefrei war, zu einer regentypischen Erhöhung der Ortsdosisleistung führen. Bleibt der Schnee liegen, schirmt er die Bodenstrahlung dauerhaft von der Sonde ab, und die ODL sinkt. Dieser niedrigere ODL-Wert bleibt bestehen, bis Tauwetter einsetzt und der Schnee schmilzt. Dann steigen die ODL-Werte wieder auf das alte Niveau.

Wind

  • Starker Wind kann die gesamte Sonde inklusive des Standrohres in Schwingungen versetzen. Dies kann im Zählrohr elektrische Impulse auslösen und damit den Messwert erhöhen.

 

Jahreszeitliche Schwankungen

Die Ortsdosisleistung unterliegt neben den kurzfristigen Variationen in längeren Zeitabschnitten auch jahreszeitlichen Schwankungen. Diese Schwankungen können in einer Größenordnung von einigen 0,01 μSv/h liegen. Wesentliche Gründe hierfür sind

  • der ständige Wechsel der Bodenfeuchtigkeit,
  • die Geologie des Untergrundes, die Oberflächenbeschaffenheit des Bodens sowie
  • das Mikroklima am Standort.

Ist das jetzt viel ?

Strahlenbelastung im Alltag

Der Mensch lebt seit jeher in einer strahlenden Umwelt. Natürliche und zivilisatorische Strahlenquellen führen zu einer Strahlenbelastung (fachlich korrekt "Strahlenexposition"). Die Dosis ist ein Maß für die Strahlenexposition. Strahlenexpositionen können in Abhängigkeit von ihrer Höhe unterschiedliche gesundheitliche Wirkungen auf den Menschen haben.

Was wirkt auf uns ein?

Auf den Menschen wirkt heutzutage neben der natürlichen Strahlung unter anderem auch Strahlung aus medizinischen und technischen  Anwendungen ein. Die Röntgenaufnahme beim Zahnarzt etwa führt zu einer erhöhten Strahlenbelastung. Oder der Flug in den Urlaub, der aufgrund der Flughöhe mit einer hohen kosmischen Strahlung einhergeht. Selbst radioaktive Stoffe, die durch oberirdische Kernwaffentests in die Atmosphäre gelangten sowie die durch den Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986, sind noch heute nachweisbar. (Siehe auch Vergleich des Fallouts durch oberirdische Kernwaffentests, den Reaktorunfall in Tschernobyl und den Reaktorunfall in Japan)

Was sagt mir die „Dosisleistung“ und wie komme ich zu einer Dosis?

Die vom ODL-Messnetz gemessene Dosisleistung gibt an, welcher externen Gamma-Strahlung ein Mensch ausgesetzt ist, der sich am Ort der Sonde befindet. Im Normalfall ist das die Summe aus natürlicher Bodenstrahlung und kosmischer Strahlung. Im Fall einer unfallbedingten Umweltkontamination würde man die Höhe der daraus resultierenden zusätzlichen externen Strahlenbelastung abschätzen können.

Eine Dosisleistung von 0,15 Mikrosievert pro Stunde, also eine typischerweise gemessene natürliche Dosisleistung, würde zu einer Gesamtdosis von circa 1,5 Millisievert pro Jahr führen.

Der Zahlenvergleich

Jährliche natürliche Strahlenbelastung = 2,1 Millisievert

  • Die jährliche natürliche Strahlenbelastung (oder genauer: die jährliche natürliche Dosis) einer in Deutschland lebenden Person beträgt durchschnittlich 2,1 Millisievert (effektive Dosis). Je nach Wohnort, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten reicht sie von zirka einem bis zu zehn Millisievert. Den größten Beitrag liefert dabei mit 1,1 Millisievert Radon in Wohnungen.
  • Transatlantikflug hin und zurück = 0,1 Millisievert
  • Ein Flug von Frankfurt nach New York und zurück führt zu einer durchschnittlichen effektiven Dosis von zirka 0,1 Millisievert. Durch eine solche Transatlantikreise erhöht sich die mittlere jährliche Strahlenexposition also um zirka fünf Prozent.
  • Rauchen = 0,8 Millisievert im Jahr
  • Tabak enthält Radionuklide. Wer 20 Zigaretten am Tag raucht, dessen Lunge erhält im Jahr eine Dosis von 0,8 Millisievert. Die effektive (über den ganzen Körper gemittelte) Dosis beträgt 0,1 bis 0,3 Millisievert.
  • Paranüsse enthalten im Vergleich zu anderen Lebensmitteln besonders viel Radium - ein natürliches Radionuklid. Eine Person, die jeden Tag zwei Paranüsse verzehrt, erhält eine zusätzliche Dosis von 0,16 Millisievert.

Medizinische Untersuchungen tragen erheblich zur zivilisatorischen Strahlenbelastung bei:

  • Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs schlägt mit 0,01 - 0,03 Millisievert zu Buche.
  • Ganzkörper-Computertomographie = 10 - 20 Millisievert

Zusammengefasst nimmt ein Bürger / Urlauber in der Region St.Blasien etwa 1,5 Millisievert / Jahr auf. Wer raucht erhöht diesen Wert um 50%. Zumindest in der Lunge. Wer im Computertomograph war hat schonmal eine 10-Jahres-Dosis bekommen.

Hier noch ein Link zu Radon als Heilmittel, schliesslich haben wir hier das Radon Revital Bad in Menzenschwand: wissenschaftliche Studie